You are enough.
- 26. Nov. 2022
- 6 Min. Lesezeit
Selbstliebe...ein noch heute sehr präsentes Thema auf Social Media. Doch was genau bedeutet dieser Begriff eigentlich? Was definiert man unter Selbstliebe und wieso ist sie so wichtig?
Immer häufiger beobachte ich, wie oft Selbstliebe mit der Akzeptanz seiner Äußerlichkeiten - seines Körpers - in Verbindung gebracht wird, anstatt die Fülle dieses Ausdrucks zu berücksichtigen. Ein weiterer Punkt ist, dass fast ausschließlich weibliche Personen mit dem Begriff Selbstliebe in Berührung kommen - gewollt als auch ungewollt. Sie werden mit Content zu dem Thema bespielt und sowohl durch Werbung als auch Magazinen mit Selbstliebe vertraut gemacht und als Individuum bestärkt. Frauen können dieses Thema eigentlich gar nicht umgehen, während Männer, beziehungsweise Buben, leider oft gar keinen oder viel zu wenig Input zu dieser Thematik bekommen, denn wenn Selbstliebe eines nicht ist, dann geschlechterspezifisch.
Erst einmal vorweg. Selbstliebe bedeutet für mich, sich selbst zu lieben oder zumindest zu akzeptieren. Zu wissen, dass man gut genug ist, genauso wie man ist und würdig geliebt zu werden. Es bedeutet nicht, dass man perfekt oder fehlerfrei sein muss und einfach alles an sich selbst zu akzeptieren und aus Pflicht zu mögen, aber schon, sich dazu zu entscheiden, sich selbst mit seinen Stärken und Schwächen anzunehmen. Selbstliebe bedeutet des Weiteren an sich selbst zu arbeiten und sich vorzunehmen Stück für Stück mehr zu sich selbst zu finden. Es bedeutet seine Werte zu kennen, stolz auf sich selbst zu sein und dankbar für das, was einem gegeben wurde – seine Talente, Fähigkeiten und Besonderheiten.
Selbstliebe, auch Eigenliebe, bezeichnet die allumfassende Annahme seiner selbst in Form einer uneingeschränkten Liebe zu sich selbst. Der Begriff ist sinnverwandt, jedoch nicht vollständig synonym, mit Begriffen wie Selbstannahme, Selbstachtung, Selbstzuwendung, Selbstvertrauen und Selbstwert. – Definition einer Onlinequelle
Wofür Selbstliebe jedoch nicht steht, ist Arroganz oder Eingebildetheit. Auch nicht zu verwechseln ist der Begriff mit Egoismus oder Eitelkeit. Diese stehen für negative Attribute, während Selbstliebe etwas Positives, etwas Schönes ist. Etwas, das sein Leben bunter und strahlender werden lassen kann.
Aber wie schafft man es, sich (mehr) zu lieben? Was kann man tun um sich zu akzeptieren, wenn man das noch nicht tut? Wie lernt man, seine negative Einstellung zu sich selbst abzulegen und sich zu mögen, für das, was man ist – nämlich ein wunderschöner (von innen und außen) und liebenswerter Mensch.
Ich möchte hier einige Tipps teilen, die dir hoffentlich helfen werden, eine bessere Verbindung zu dir selbst aufzubauen und dich näher zu deiner persönlichen Selbstliebe leiten werden.
Schraube deine Erwartungen an dich selbst herab
Viel zu oft behandeln wir uns schlecht, machen uns selbst runter nach einer Niederlage oder sind deutlich strenger mit uns selbst als beispielsweise mit unseren besten Freunden. Wir haben höhere Erwartungen an uns selbst und vergessen immer wieder, wie viel wir eigentlich täglich leisten, wie viel wir schon geschafft, erreicht und durchgemacht haben und wie stolz wir eigentlich auf uns sein können. Jeder einzelne von uns! Ja, auch du!
Sei dir selbst sein bester Freund/deine beste Freundin
Der wichtigste Tipp, den du auch sofort umsetzen kannst, ist, sich selbst sein bester Freund zu sein und auch so zu behandeln. Mach dir selbst Komplimente, sei für dich da, rede dir gut zu, lobe, tröste, motiviere dich, achte auf deine Bedürfnisse und mach dir Mut. So, wie du es auch bei deinem besten Freund machen würdest. Steh dir in schweren Seiten bei und versuch dich selbst nicht noch mehr in ein Loch zu ziehen, sondern durch ein positives Mindset, die negative Energie in dir durch gute Gedanken weniger werden zu lassen.
Mindset is everything.
Nimm dir Zeit für dich
Wie kannst du dich innig lieben, wenn du dir nicht die Zeit nimmst, dich selbst besser kennenzulernen und mehr über dich herauszufinden. Wie kannst du dich völlig akzeptieren, ohne je Dinge aus deiner Vergangenheit aufgearbeitet zu haben. Was sind deine Wünsche? Was sind deine Werte? Wo bist du jetzt, wo willst du hin? Bist du glücklich, was beschäftigt dich, was liegt dir auf der Seele.
Nimm dir aktiv Zeit für dich, so wie du sie dir auch für Freunde nimmst und beschäftige dich mit dir. Jeder kann diese Zeit individuell nutzen. Spür in dich hinein und schenk dir und deinen Bedürfnissen Aufmerksamkeit. Sei für dich da, so wie für eine Person, die du liebst! Baue eine Beziehung zu dir auf! Lerne dein inneres Ich kennen, deine verletzliche Seite, deine Ängste und lasse dein inneres Kind in dir aufleben und finde heraus, wieso du so bist, wie du bist.
Wenn du möchtest, nimm dir dafür auch professionelle Unterstützung und arbeite mit einem Life-Coach oder Therapeuten zusammen. Es ist völlig in Ordnung sich dafür zu entscheiden, wenn es einem hilft und sollte absolut nicht tabuisiert werden. Im Gegenteil, man kann stolz auf sich sein, wenn man merkt, dass man Unterstützung braucht beziehungsweise möchte und in sich, seine mentale Gesundheit und sein Mind-Set investierst.
Gönn dir selbst Sachen
Wie können wir tagtäglich von uns selbst Hochleistungen erwarten, ein(e) gute(r) Freund(in) sein, unseren Alltag managen und unsere Träume verfolgen, wenn wir uns selbst auf der Strecke lassen. Wieso schenken wir unseren Liebsten so gerne Dinge, uns selbst allerdings fast nie. Man selbst ist auch nur ein Mensch, der seine (körperlichen) Limits als auch (psychische) Bedürfnisse hat, um glücklich sein zu können und sein volles Potential auszuschöpfen. Wir dürfen uns selbst nicht vernachlässigen! Gönn dir bewusst Sachen: schaue aktiv eine Serie, schenk dir Zeit und geh eine Runde spazieren, höre Musik oder einen Podcast, kauf dir ein gutes Buch oder verwöhne dich mit einer Spa-Behandlung oder Massage. Lade dich selbst auf mit etwas Liebe, Zuneigung und Wertschätzung auf, denn wenn du ausgelaugt bist, kannst du auch nicht gut funktionieren und für andere da sein!
Selbstreflexion – Komplimente sind etwas Schönes
Jeder liebt doch Komplimente, nur vergisst man leicht, sich selbst welche zu geben. Versuch doch einfach mal, dir selbst, Komplimente zu machen. Es kann alles Mögliche sein, bitte fokussiere dich aber nicht auf dein Aussehen! Gib dir selbst Komplimente, wenn du etwas Gutes gekocht hast, eine ehrenvolle Tat vollbracht hast, an dem Tag etwas geschafft hast oder zum Beispiel gerade eine schwierige Entscheidung getroffen hast.
Und vergiss nicht, dich selbst anzulächeln, wenn du in den Spiegel schaust;) Man unterschätzt, wie viel ein Lächeln ausmachen kann!
Peace begins with a smile. -Mother Teresa
Sieh das Positive
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass Optimismus dein Leben revolutionieren kann. Wenn man beginnt Stück für Stück etwas Gutes in allem zu sehen, geht es einem mental so viel besser! Wir Menschen neigen nur gerne dazu, uns selbst zu bemitleiden, zu nörgeln oder zu ärgern, anstatt zuerst reflektiert an die Sache heranzugehen. Denn oft würde man dann bemerken, dass nicht alles so schlimm ist, wie man denkt. Jede Situation, jeder Tag und jedes Wesen hat etwas Positives – nichts im Leben ist nur positiv oder negativ – weiß oder schwarz.
Was ich dir ans allerdings ans Herz legen möchte, ist, dass du offen bist, dich auf die Sonnenseite zu begeben und zu versuchen die auf das Gute zu fokussieren und dich eher daran festzuhalten als fast ausschließlich negativ zu denken. Deine Gedanken und Gefühle beeinflussen nämlich auch deine Wahrnehmung, was in diesem Fall bedeutet, dass, wenn du an einem positiven Mindset arbeitest, du unterbewusst plötzlich viel mehr Details, Situationen oder Personen in deinem Alltag bemerken wirst, die dich positiv stimmen werden, auf die du früher vielleicht nicht geachtet hättest.
Vergleiche dich nicht mit irgendwem, sondern deinem früheren Ich
Die Überschrift spricht eigentlich schon für sich. Hört auch euch mit Freunden, Geschwistern, Influencern oder anderen Personen, die nicht ihr selbst seid zu vergleichen. Du bist ein eigenständiges Individuum, du musst dich nicht beweisen und du gehst deinen eigenen Weg! Schau auf deine Entwicklung, deine Fortschritte und deine Persönlichkeit und bleib bei dir. Am Ende des Tages musst du auf deinen Werdegang zurückschauen und damit zufrieden und vor allem glücklich sein, also hör auf dich mit anderen zu vergleichen, sondern schätze die Veränderung, die du in den letzten Jahren gemacht hast.
Oft vergisst man, wie viel man selbst eigentlich geschafft hat beziehungsweise, wie großartig unsere persönliche Reise eigentlich ist, weil wir in Gedanken ständig an das Leben von anderen denken. Oft sind das sogar Personen, die man nur über Social Media kennt. Also bitte, differenziert euer reales Leben von den paar Eindrücken unterschiedlichster Persönlichkeiten auf Social Media. Ich kann es nicht oft genug sagen, Social Media ist eine Schweinwelt und nicht alles ist so perfekt, wie es oft zu seien scheint!
Abschließend lässt sich sagen, dass Selbstliebe ein Prozess ist. Aber der Fakt, dass du diesen Artikel liest, zeigt, dass du bereit und offen bist, diese Reise vertiefend zu gehen. Du kannst nur gewinnen. Die Liebe zu sich selbst in einer der erfüllendsten Dinge, die man verspüren kann und diese Wärme möchte man, sobald man sie einmal gefühlt hat, nie wieder missen. Wenn jeder Mensch von klein auf seinen Wert erkennt und seine Selbstliebe stätig ausbaut und daran arbeitet, sie aufrechtzuerhalten, wäre die Erde ein besserer, herzlicherer und liebevollerer Ort. Nun liegt es an uns - mir, dir und allen anderen - diesen Weg bewusst zu gehen.
In Liebe, Miso
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