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Insecurities

  • 13. Feb. 2022
  • 4 Min. Lesezeit

Haut.

Unser größtes Organ.

Viele sagen auch, der Spiegel der Seele. Sie ist ein Schutzmechanismus und in Wahrheit eine Superkraft, die wie viel zu wenig wertschätzen.


Trotzdem ist meine Haut aber auch gleichzeitig meine größte Unsicherheit. Ich habe leider Gottes unreine Haut, meine Hautärztin sagt sogar leichte bis mittlere Akne. Zwar nur im Gesicht und auch nicht so schlimm, wie andere, jedoch ist es für mich nichts desto trotz ein großes Problem und ich fühle mich dadurch viel unwohler und unsicherer. Ich habe ständig das Gefühl, Leute schauen auf meine Pickel und Rötungen und ich habe Angst, was sie auf Grund meines Hautbildes von mir denken könnten.


Doch wieso eigentlich? Das ist doch absurd, wenn man ganz rational darüber nachdenkt. Wieso hat man ständig Angst vor der Meinung anderer oder legt so viel Wert darauf? Wieso geht man so oft davon aus, dass Menschen etwas Schlechtes von einem denken könnten? Wieso ist uns wichtig, was andere von uns denken, ob sie uns hübsch finden oder uns mögen?


Denn meiner Meinung nach liegt genau da das Problem und nicht bei meinen Hautunreinheiten. Wir denken, wir würden unsere größte Unsicherheit, unsere biggest insecurity kennen, doch meist liegt das "Problem" ganz wo anders – wir haben Angst vor Zurückweisung, „Schönheitsverlust“, gemeinen und verletzenden Kommentaren und Abwendung. Doch ganz ehrlich, wer euch auf Grund eurer Haut zurückweist, ablehnt, schlecht behandelt oder sogar beschimpft oder mobbt, hat sowieso nichts in eurem Leben zu tun. Also why do we care about their opinion?


Meine Haut ist nicht perfekt, na und. That’s (my) life.

Ich habe aber durch meine Hautprobleme auch viel lernen dürfen, wie beispielsweise, dass es mir egal sein kann, was andere von mir denken. Ich muss mich schön finden, niemand sonst. Meine Freunde mögen mich für die Person, die ich bin, im Inneren, nicht für mein Aussehen. Ich bin gut so wie ich bin und meine Haut hat darauf keinen Einfluss.


Ich habe gelernt, mit meinen Hautproblemen umzugehen, gelernt mich auch hübsch, besonders und wohlzufühlen. Wobei ich sagen muss, dass ich mich trotzdem täglich daran erinnern muss, mich liebevoll und wertschätzend zu behandeln und mich nicht auf mein Hautbild zu reduzieren, dass von Tag zu Tag unterschiedlich ausfällt. Aber ich muss auch gestehen, dass ich - auch wenn ich versuche positiv und selbstbewusst zu bleiben - es nicht immer schaffe und deshalb manchmal trotzdem genervt, traurig und unzufrieden/unsicher in den Tag starte.


Auf der anderen Seite glaube ich fest daran, dass eigentlich wir diejenigen sind, die diese „Unsicherheiten“, die wir glauben zu haben, auch wegzaubern können. Na klar, kann ich meine Pickel nicht wegzaubern – schön wärs ;) – aber ich kann meinen Blickwinkel auf meine Situation verändern. Natürlich könnte ich ständig jammern, mich zuhause verkriechen, damit mich ja keiner sieht, mein Gesicht mit Make-up vollschmieren, wenn ich aus dem Haus gehe und mich runtermachen und hässlich fühlen. Ich könnte mein vermeintliches Problem, aber auch einfach zu dem machen, was es ist. Zu etwas Menschlichem und keiner großen Sache. Niemand von uns ist perfekt, makellos und zu 100% zufrieden mit sich selbst. Deshalb muss man aber nicht gleich unglücklich sein. Nein! Wir können unsere „Problemzone“ akzeptieren und uns vor Augen führen, wie verrückt es ist, dass wir wegen so etwas Belanglosem (ich weiß, es fühlt sich nicht so an, aber betrachte die Situation doch einen Augenblick von außen) unser soziales Leben aufs Spiel setzen. Es ist furchtbar, dass wegen so etwas unser Selbstbewusstsein sinkt und wir uns unwohl fühlen, wenn wir mit anderen unterwegs sind, uns nicht mehr schön finden, wenn wir in den Spiegel schauen und beginnen uns selbst schlecht zu behandeln.


Ich bin fest davon überzeugt, dass andere dich so sehen, wie du dich siehst. Be confident, hab den Mut, zu dir zu stehen und lieb dich für den Menschen, der du bist und verliere dich als Mensch, als wunderschönes Wesen mit Charakter, nicht aus den Augen, nur weil seine Hülle vielleicht nicht dem Ideal oder irgendwelchen Normen entsprechend aussieht und deshalb sein Potenzial aus Unsicherheit und Angst nicht entfaltet, denn das wäre schade.


Ich weiß, es ist schwer und es spielen viele Faktoren eine Rolle. Hätte ich beispielsweise nicht so liebe und verständnisvolle Freunde, hätte ich vermutlich, nein, ganz sicher, einen völlig anderen Standpunkt. Ich wurde zum Glück noch nie von anderen gedemütigt und explizit auf meine Hautprobleme angesprochen oder gemobbt. Ich verstehe an sich nicht, wieso Menschen manchmal so grausam zu anderen Personen sein können und sie verbal so runtermachen, ob bewusst oder unbewusst sei dahingestellt. Kommentare auf das Aussehen einer Person können sehr verletzend und prägend sein und jeder von uns sollte dahingehend bei sich selbst anfangen und versuchen, diese oft vielleicht gar nicht böse gemeinten Bemerkungen einfach sein zu lassen. Umso wichtiger ist es, sich mit Personen zu umgeben, die einem in dieser schwierigen Phase/Zeit an die Hand nehmen, aufbauen und "normal" behandeln. Wenn ihr eine Unsicherheit habt, teilt sie mit Personen, denen ihr vertraut. Oft haben diese die richtigen Worte für euch und teilen vielleicht auch ihre eigenen Unsicherheiten mit euch. Denn man darf in diesen Situationen nie vergessen, dass man mit seinen Unsicherheiten nicht alleine ist und kann sich gegenseitig dann gut zusprechen, unterstützen und den Fokus gemeinsame wieder auf andere Dinge lenken, wie gemeinsame Unternehmungen, Projekte und Erlebnisse.


Wenn deine Selbstsicherheit leise wird und deine Unsicherheiten laut, helfen dir deine wahren Freunde dabei, den Spieß wieder umzudrehen.

Deine Haut ist ein Teil von dir, aber deine Haut bist nicht du! Du bist mehr als das! Viel mehr! Und vertraue mir, wenn ich dir sage, dass wir selbst unsere härtesten Kritiker sind. Also lasst uns damit aufhören und uns zu unseren größten Supportern machen!


Jeder hat sein eigenen Insecurities. Girls and boys. JEDER. Aber das ist ok, so lange wir lernen, wachsen und sie irgendwann nicht mehr als Insecurities, sondern als unsere persönlichen Self-Growing Hilfen bezeichnen.


Seid lieb zu euch selbst und schätzt euch wert!

You are be-you-tiful!

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